Trueffelanbau - Forschung + Lehre

Tuber borchii (Frühlingstrüffel) -
1. Versuchsanlage in Portugal

2013 auf dem Trüffelkongreß in Teruel in Spanien stellte Marcos Morcillo in seinem Vortrag über den Anbau von Tuber borchii in Portugal diese 2010 angelegte Plantage vor. Vorläufige  Ergebnisse der internationalen Forschergruppe präsentierte dann Andrea Gogan (Uni Budapest) als Poster auf der Tagung des Europäischen Trüffelverbandes in Visby in Schweden. Durch aktive Vernetzungsinitiativen der Forschungsgruppe Hypogäen hatten wir alsbald Gelegenheit mit Marisa Azul (Uni Coimbra) und Andrea die Versuchsplantage persönlich in Augenschein zu nehmen. Auf dem Bild nehmen Andrea und Marisa erneut Bodenproben für eine weitere Analyse sowie Wurzelproben, um die vorhandenen Mykorrhizen per DNA-Analyse zu bestimmen. 

Trüffelforschung: Kontrolle mit Hund
Da zwar die Mykorrhizierung mit Tuber borchii aber bislang keine Fruchtkörperbildung nachgewiesen werden konnte, erfolgte ein weiterer Besuch der FGH nun zusätzlich mit einem hochqualifizierten Suchteam aus Deutschland: Gabi Wenk mit Candy aus dem Saarland. Mehrere Hypogäenarten und epigäische Mykorrhizabildner konnten bei der Begehung dieser Versuchsanlage nachgewiesen werden, nicht aber Tuber borchii. Vorgesehen ist daher ein dritter Besuch mit Hundeteam und eine erneute Begehung.  

Trüffelvorkommen in Portugal
Nach Schilderung eines Großgrundbesitzers im Alentejo wachsen dort von März bis Mai Wüstentrüffeln verschiedener Arten in großen Mengen. Diese essbare und regional begehrte Art hier im Bild, Terfezia arenaria, wächst als Mykorrizapartner von Sandröschen (Tuberaria guttata) einer zierlichen Blütepflanze. Mykorrizapartner können auch andere Pflanzen aus der Familie der Zistrosengewächse wie Sonnenröschen oder Zistus spec. sein. Sie anzubauen haben die Spanier vor etwa 20 Jahren in Andalousien begonnen.  In Portugal stellt Celeste Silva von der Uni Evora auf youtube ihre Versuche vor.  Erste Erfolge haben sich auf den angelegten Versuchsfeldern eingestellt.   

Trüffelanbau in Portugal
Rogério Louro hier im Bild rechts erklärt an einer natürlichen Wuchsstelle in einer Ortschaft in der Nähe von Evora die Lebensweise (siehe Video auf youtube) von Terfezia arenaria. Er machte auch vor, wie und woran er das Vorhandensein von Fruchtkörpern dieser Trüffelart erkennen kann. In seiner Doktorarbeit hatte er sich mit der Mykorrhizierung und dem Anbau dieser Pilzart ausgiebig befasst. - Ermöglicht hatte Celeste Silva das Treffen, da sie wie er an einer Kooperation mit der FGH interessiert ist. Bei einem weiteren Treffen übergab die FGH eine Grundausstattung zum Anbau von Tuber melanosporum und Tuber uncinatum an Rogério. Er befasst sich übrigens auch mit dem Anbau von holzbewohnenden Speisepilzen.