Lehrfilm mit Begleitheft oder Trüffelbuch?

Trüffelbuch zur Bestimmung? Hinweise zur Trüffelzucht? Trüffelrezepte und Trüffelgerichte? Trüffelgeschichten? Trüffelhandel und Vermarktung? Informationen zur Trüffelsuche? Die Auswahl ist nicht gerade übermächtig und deutschsprachige Literatur zum Anbau bzw. Trüffelzucht gibt es schon gar nicht. - Zu dem riesigen Themenkomplex Trüffelzucht empfehle ich meine Lehrfilme I bis IV jeweils mit Begleitheft. 

 

FUNGIH IPOGEI D'EUROPA  

Das Standard-Bestimmungswerk für den Trüffelsucher

von Montecci & Sarasini

Wer aktiv Trüffel- bzw. Hypogäensuche betreibt, will auch wissen was man so gefunden hat. Da es keine umfängliche deutsche Literatur gibt, ist dieses Buch zu empfehlen. Montecci hat die Beschreibungen in Italienisch und Englisch verfasst. Einige Basidiomyceten in diesem Buch wurden übrigens von Dr. Gerhard Groß aus dem Saarland bei dessen Besuch in Italien bestimmt, berichtete er in einem Brief an Dr. Rolf Hintz. 

Behandelt werden Ascomyceten, Basidiomyceten und Zygomyceten. Die Bilder zeigen Fruchtkörper, Peridie, Gleba und Mikromerkmale wie Sporen, Asci, Basidien etc. ohne deren Beurteilung eine Bestimmung unmöglich wäre. Die Texte enthalten ökologische, topografische, geografische, makroskopische und mikroskopische Details, die in der Summe eine Bestimmung ermöglichen. Die Beschreibungen liegen in italiensicher und englischer Sprache vor. 

Hinweise für den Trüffelsucher: Der Umgang mit einem Mikroskop sowie weitere Bestimmungsliteratur wird auf den Weiterbildungskursen der FGH ab Kurs III vermittelt.  - Tipps, welche Ausrüstung benötigt wird und wie man  zur Bestimmung von Hypogäen vorgeht, zeige und erläutere ich auf youtube in einer kurzen PowerPoint-Präsentation. 

 

THE GENUS RHIZOPOGON IN EUROPE 
Sehr ausführlich befasst sich Maria Paz Martin in diesem wissenschaftlichen Spezial-Bestimmungsbuch mit der Gattung Wurzeltrüffeln. Insgesamt stellt er einundzwanzig Arten mit ihren makroskopischen und mikroskopischen Merkmalen vor. Neben den verschiedenen Kiefernarten (Pinus spec.) nennt er auch Douglasien (Pseudotsuga), Tsuga, Picea und Abies als Mykorrhizpartner. Mikroskopische Merkmale wurden nicht nur mit einem Lichtmikroskop, sondern zum Teil auch mittels REM (Rasterelektronenmikroskop) ermittelt.
Chemische Reaktionen der verschiedenen Bauteile (Peridie, Rhizomorphen, Gleba, Basidien, Sporen etc,) testete er mit mit den üblichen Reagentien wie Melzers Reagenz, KOH, FeSO4 und Sulphoanillin. Zeichnungen von Hyphen, Basidien und Sporen wie auch der Textura der Peridie in Verbindung mit einem Bestimmungsschlüssel stellen ein gutes Handwerkzeug für den Hypogäen- bzw. Trüffelsucher dar.
Hinweis für Hypogäensucher: Zum Buch liegt uns ein übersetzter und modifizierter deutscher Bestimmungsschlüssel von Christoph Hahn. vor. - Wurzeltrüffeln sind jung zum Teil sehr pilzig aromatisch und werden in verschiedenen Regionen (z.B. auf La Palma oder etwa Andalousien) dieser Welt als Köstlichkeiten geschätzt
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TRUFAS DE ANDALUCIA 

Wer in Südeuropa unterwegs ist, wird auf einige Trüffelarten stoßen, die man vergeblich im Bestimmungsbuch von Montecci sucht. Von den bis 2005 in Andalusien im Rahmen einer größeren Erfassungsmaßnahme 81 Trüffelarten sind 14 essbar und werden dort zum Teil nur auf den regionalen Märkten wie etwa Cordoba oder Sevilla gehandelt. Gleich mehrere Arten sind endemisch, d.h. sie wurden also bislang nur in begrenzten Regionen in Spanien nachgewiesen.
Möglich machte es der vom Umweltministerium auf den Weg gebrachte Cussta-Plan. Er hatte dazu beigetragen, die große Vielfalt der Pilze und Trüffel in der Region zu ermitteln, spezifische Schutzpläne zu erstellen, die nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen anzuordnen und deren Wissen zu fördern. So wurden in den Provinzen Almería, Jaén und Granada verschiedene Wüstentrüffel rangezogen, um sie in den Naturparks Sierra María-Los Vélez, Sierra Mágina und Castril zu verbreiten.
Hinweise für Hypogäensucher: Das Buch (als pdf) kann auch zur Bestimmung genutzt werden. In jüngerer Zeit (2013) erst wurde Terfezia extremadurensis (Extremadura = Region in Westspanien an der portugiesischen Grenze) auf sauren, sandigen Böden bei Sandröschen (Tuberaria guttata) entdeckt und beschrieben. 

La truffe - la terre - la vie
Kaum zu glauben aber wahr. Da bemühen sich seit rund 40 Jahren Heerscharen von Wissenschaftlern im „Trüffelland“ Frankreich - weit weg von den Praktikern, den Trüffel Anbauern - alles Notwendige und Unnötige um die Trüffeln herum zu erforschen und zu publizieren.
Wissenschaftliche Publikationen und Trüffelbücher zu schreiben, drängt sich der Eindruck auf, dienen da nur der Eitelkeit der Autoren, statt tatkräftig und in konzertierter Aktion einen Aufschwung in der Trüffelscene herbeizuführen. Eingebunden in die „regionalen Traditionen mit allerlei Mummenschanz“ ist das Land nur noch für „staunende Trüffeltouristen“ attraktiv, nicht aber um dort zu lernen wie man erfolgreich Trüffelanbau betreibt.
Hinweis für den Trüffelanbauer: In Frankreich kann man lernen, wie man es nicht macht"

 

Umbria terra die tartufi 

Italienische Trüffelbauern haben sich ähnlich wie die Franzosen zu Trüffelverbänden organisiert bzw. zusammengeschlossen. Aber nicht auf Kreis- sondern Provinzebene, wie hier die Region Umbrien. In jüngerer Zeit ist das häufiger geschehen mit Anbindung zu den hoch spezialisierten Berufsforschern der regionalen Universitäten, wie z.B. Perugia, oder etwa Bologna in der Region Emilia Romagna.  Bei dieser ± kontinuierlichen Kooperation zwischen wirtschaftlich unabhängigen Wissenschaftlern und Praktikern ist nicht verwunderlich, dass bei der zeitweilig engen Zusammenarbeit führende Köpfe der Organisationen/Vereine Publikationen für die Mitglieder in Buchform – leider aber nur in einer sehr begrenzten, kleinen Auflage - herausgebracht haben. In der Emilia Romagna beispielsweise dient darüber hinaus und alternativ dazu eine Vereinszeitschrift, um die Mitglieder laufend fachlich zu informieren. Das ist vergleichbar bei uns mit einer Gartenzeitung für den Kleingärtner. Wegen der geringen Auflagen ist derartige Literatur (das gilt auch für Spanien) sehr schwer zu beschaffen.

Hinweis für Trüffelfarmer: Die Erfahrungen der Italiener sind in den Lehrfilm zum Trüffelanbau ebenfalls mit eingeflossen.

Ralf Bos - Trüffelkochbuch mit Trüffelgeschichten

Wer in diesem Buch über einige in Deutschland wirtschaftlich wichtige Trüffelarten hinaus konkrete fachliche Informationen zur Biologie, Bestimmung, Ökologie der Pilze, vielleicht sogar Anleitungen zur Trüffelsuche, Trüffelhundeausbildung oder sogar zum Trüffelanbau erwartet, wäre enttäuscht.  – Kein Wunder: Der Autor, Experte für die feine Trüffelküche und den internationalen Trüffelhandel entführt mit seinen reich und groß bebilderten Geschichten aus verschiedenen Ländern den unbedarften Leser in die mystische und faszinierende Welt der Trüffeln. Die dekorativ angerichteten, ideenreichen Zubereitungsvariationen, vom Co-Autor mit ansprechenden Bildern in Szene gebracht, lassen das Herz eines Gourmets gleich höherschlagen. Auch wenn das Buch kein Fachbuch im engeren Sinne ist, es ist mit den großformatigen Fotos eine unterhaltsame Einführung in eine noch vielen Menschen verschlossene Welt.
Hinweise für Trüffeltouristen und Trüffelgourmets: Empfehlenswert für Trüffelfreaks und Einsteiger ist es schon deswegen, weil auf dem Titelfoto unsere einheimische, geschmacklich exzellente Burgundertrüffel (Tuber aestivum var. uncinatum) in den Vordergrund gestellt wurde. Mehr über Trüffelmärkte und Reiseziele in Sachen Trüffel finden Sie auf der Unterseite Trüffelreisen

Die begonnen Serie wir zeitnah fortgesetzt. 

Weitere Bücher - Literatur - Publikationen - Lektüren - Veröffentlichungen
 

Ascherson, P. : (1880) Vortrag Botanischer Verein Brandenburg
Benkert, Dieter: ( 2002) Trüffeln & Co. Hypogäische Pilze in Berlin und Brandenburg, Verh. Bot. Ver Berlin Brandenburg 135
Bill: (1912) Über Trüffeln und Trüffelzucht, Forstwirtschaftliches Centralblatt 
Bontempelli, Guy: (1989) Die Trüffel – Der schwarze Diamant
Bucholtz, Fedor: (1902) Zur Morphologie und Systematik der Fungi hypogaei, Moskau u. Petersburg
Bornholz, Alexander von (1825): Trüffelbau – Anweisung die schwarzen und weißen Trüffeln in Waldungen, Lustgebüschen und Gärten durch Kunst zu ziehen und große Anlagen dazu zu machen, Quedlinburg und Leipzig 

Bratek Z.: (2008)  Mycorrhizal Research Applied to Experiences in Plantations of Mycorrhizal Mushrooms, Especially in Central Europe. Proceedings of the Sixth International Conference on Mushroom Biology and Mushroom Products, Bonn: 272–286.
Bratek Z.: (2005) A Tuber aestivum Kárpát-medencei termőhelyei (In:) G. Chevalier, H. Frochot, Z. Breitenbach J./ Kränzlin F.: Pilze der Schweiz Band 1 Ascomyceten 1985
Ceruti A., Fontana A., Nosenzo C. (2003) Le specie del genere Tuber. Una revisione storica. Museo Regionale di Scienze Naturali, Torino.
Chevalier G., Frochot H.: (1997) La Truffe de Bourgogne (Tuber uncinatum Chatin). Éditions Pétrarque, Levallois-Perret Cedex.
Fischer, B.F.: (1812)  Anleitung zur Trüffeljagd, Karlsruhe 
Gérard, Klaus-Wilhelm: (2005) Die Geheimnisse des Trüffelsuchers, München 
Gógán A. Cs., Bratek Z., Dimény J. (2007)a.
Las trufas en Hungría. (In:) S.R. Domenech (ed.). Truficultura: Fundamentos y técnicas, Ediciones Mundi-Prensa, Madrid.
Gógán A. Cs., Bratek Z., Dimény J.: (2007)b. A new tool for rural development: truffle cultivation, Cereal Research Communications 35 (2): 413–417.
Granetti B., De Angelis A., Materozzi G.: (2005)

Umbria terra di tartufi, Gruppo Micologico Ternano, Terni
Groß, Gerhard: (1969b): Über einige saarländische Funde der Sommertrüffel (Tuber aestivum VITT.). – Faun.-flor. Notizen Saarland 2 (1): 4-5.
Groß, Gerhard. (1969c): Einiges über die Hypogäensuche. – Z. Pilzk. 35: 13-20
Groß, Gerhard (1975) Die Sommerrüffel und ihre Verwandten im mittleren Europa, ZfP (1 + 2)
Groß, Gerhard., Runge,A. und W. Winterhoff (1980): Bauchpilze (Gasteromycetes s.l.) in der Bundesrepublik Deutschland + Westberlin. – Z. Mykol., Beiheft 2.
Groß, Gerhard., Runge,A. und W.Winterhoff (1983): Erster Nachtrag zu “Bauchpilze (Gasteromycetes s.l.) in der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin“. – Z. Mykol. 49 (1): 5-18
Groß, Gerhard (1982) Eine Liste der Hypogäen im Herbar Hesse zu Marburg
Hall I.R., Brown G. T., Zambonelli A.: (2007) Taming the truffle. Timber Press, Portland.
Hintz, Rolf A. & W. Winterhoff : (1983) Seltene Hypogäen in Mainfranken ZfM
Hintz, Rolf A. (1984) Hypogänen in Mainfranken (2) ZfM
Hintz, Rolf A. (1985) Hypogänen in Mainfranken (3) ZfM
Hintz, Rolf A. (1987) Hypogänen in Mainfranken – geologische und geografische Aspekte ZfM
Hintz, Rolf A. (1994) Hypogänen in Mainfranken – Zusammenstellung der Funde von 1980-1987, ZfM
Hesse, R.: (
1891 bzw. 1894) Die Hypogäen Deutschlands, Band 1 und 2, 

Jülich. Walter: (1984) Die Nichtblätterpilze, Gallertpilze und Bauchpilze, Kleine Kryptogamenflora Band II/b

Knapp, A. Die Trüffel Schweizerische Zeitschrift für Pilzkunde, Heft 11, 1. Jahrgang
Knapp, A. (1950) Die Hypogäen von Basel, Bulletin Suisse de Mykologie
Knapp, A. (1950-1958) Die europäischen Hypogäen-Gattungen und ihre Gattungstypen, SZP
Kremser, Walter (1977) Von niedersächsischen Trüffelwäldern und Trüffeljägern, Rotenburger Schriften  Heft 47
Lenz, Harald O.  & Wüsche, Otto (1879) nützliche schädliche und verdächtige Schwämme 206-219
Michael, Edmund (1897) Etwas von den Trüffeln, Hessdörfers Monatshefte 142-149
Moser, Meinhard: (1963) Ascomyceten, Kleine Kryptogamenflora Band II/a, 
Morcillo M., Moreno B., Pulido E., Sánchez M.: (2007)
Manual de truficultura Andaluza. Ed. Gypaetus y Consejería de Medio Ambiente. Junta de Andalucía.
Pruett, G.E.: (2008) The Biology and Ecology of Tuber Aestivum Mycorrhizae Establishment in the Greenhouse and the Field, Diss.
University Columbia 
Rehsteiner, Hugo: (1892) Beiträge zur Entwicklungsgeschichte einiger Gastromyceten, Diss. Bern 
Schwaerzel, Charles: (1954) Schweizerischer Verein für Pilzkunde, Etwas über Trüffeln und Trüffelhunde
Schwaerzel, Charles: (1967) Beitrag zur Hypogaeenflora des Kantons Basel-Stadt und seiner Umgebung, Schw. Z.f.P. 
Touring Club Italiano/Citta’del Tartufo: Trüffelreisen Italien, Führer für Feinschmecker, 200
Tulasne, Louis-Rene & Charles (1851) Fungi hypogaei. Apud Friedrich Klincksieck, Paris
Vittadini, Carlo:(1831)  Funghi Ipogei, Milano 
Vill, Georg (1927) Unterirdische Pilze in der Pfalz, Pfälzischer Verein für Naturkunde, Band II
Vollbracht, Christian (2012): Trüffeln – Mythos und Wirklichkeit
Vollbracht, Christian (2013) Tuber melanosporum , die Perigord-Trüffel, in Norddeutschland ZfM 79/2
Weden C., Chevalier G., Danell E. (2004)
Tuber aestivum (syn. T. uncinatum) biotopes and their history on Gotland. Sweden Mycological Research 108: 304–310.
Weden, Christina, (2004) Black Truffles of Sweden
Wedén, Christina, Danell E. (2001) Tuber aestivum uncinatum in Sweden. Actes du Ve Congrès International, Science et Culture de la Truffe et des autres Champignons Hypoges Comestibles.
4 au 6 mars 1999, Aix-en-Provence, France, Federation Française des Trufficulteurs p. 4.247. 

Die begonnen Serie wir zeitnah fortgesetzt.